Zukunftstrends für das eigene Unternehmen überdenken

Im letzten Jahr hatte der Trendforscher Matthias Horx mit seiner Prognose der Neo-Ökologie einen Volltreffer gelandet. Deshalb freuen wir uns besonders, dass er in diesem Jahr den Smart Capitalism zum Trend erklärt, ein Mehr an Kreativität und sozialer Verantwortung für die Unternehmenskultur diagnostiziert und die Zukunft des Neo-Liberalismus rosig sieht. Lesen Sie hier, was sich unter den Schlagworten Social-Web, Pervasive Medicine, Work-Life Balance, 24/7 Service und Smart Capitalism abspielen und laut Horx im Jahr 2008 unsere Geschäfte beeinflussen wird.

1) Social Web bringt Traffic und Werbeeinnahmen. Amazon und Google machen nach, was sich bei Facebook bewährt hat. Die Internetgiganten vermieten ihre Rechnerleistung an private Entwickler, kommen so in den Genuss neuer Features und denken dabei natürlich an die Werbeeinnahmen: mehr Applikationen - mehr Traffic. Schließlich predigt auch der Deutsche Springer-Chef Döpfner, dass spätestens 2011 der amerikanische Online-Werbemarkt den Printmarkt überholt haben wird.

2) Der Patient wird zum Kunden und verwaltet seine Gesundheit selbst. Gesundheitsmärkte werden in den nächsten Jahren geprägt vom souveränen Patienten, der seine Gesundheit selbst überwacht und direkt mit Ärzten und Institutionen kommuniziert. Dänemark spart mit dem offiziellen Gesundheitsportal bereits 60 Millionen Euro pro Jahr ein. Innovationen, die der Souveränität des Patienten dienen, gehören somit eindeutig zum Wachstumsmarkt.

3) Wirtschaftsstandorte mit Lebensqualität. Optimale Work-Life Balance prägt die neuen Wirtschaftsstandorte. Ehemals graue Industriestädte mausern sich zu Innovationsstandorten mit Lebensqualität. Wo früher Hochöfen glühten und Industrie die Luft verpestete, werden Arbeitsplätze in einem qualitativen Lebensraum geschaffen. Arbeit und Feizeit, Stadt und Grün gehen eine Symbiose ein. Auch für Handel und Gewerbe entstehen neue Impulse.

4) Service rund um die Uhr. Ob 24/7 Kinderbetreuung oder Bio-Schnellrestaurant für den Workaholic – zwei von der Financial Times mit dem enable2start-Preis ausgezeichnete Beispiele markieren den Trend: Die Gesellschaft fordert das individuelle Nonstop-Service. Für die Serviceökonomie heißt das, Feiertag und Wochenende werden gestrichen, Ruhetag war gestern.

5) Sozialer Kapitalismus. Gute Taten dienen längst nicht mehr nur dem Imagegewinn eines Unternehmens, sondern werden immer mehr zu einem Business, das für Umsätze sorgt und Gewinne schafft. So wie die amerikanische Calvert Stiftung, die seit zehn Jahren erfolgreich gemeinnützige Einrichtungen unterstützt. Ethisch korrektes Business heißt das Trend, und große Unternehmen halten sich bereits eigene Manager für die Corporate Social Responsibility.

Mag. Peter Kühnberger | bridging MT - we connect Marketing & Technology
Zitierung aus dem Artikel unter Angabe des Autors und der Quelle gestattet.