Notwendiges Übel IT? Realitätsfernes Marketing?

Genau solche Einschätzungen bestehen in vielen Unternehmen. Die Techniker sind nicht besonders gut auf die Marketingabteilung zu sprechen und die Marketingleute halten wenig von der IT/EDV-Abteilung. Sie setzen nicht selten mit eigenem Budget auf externe Anwendungen, die mit den zentralen Unternehmenssystemen nur wenige Berührungspunkte haben.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus dem Jahr 2006, für welche die Forrester Consulting im Auftrag des Softwareanbieters Unica Corp. Waltham, Massachusetts rund hundert Marketing-Chefs befragt hat. Nach Überzeugung vieler Marketing-Spezialisten eignet sich ihre Arbeit – aufgrund des kreativen Charakters – weniger für die Automatisierung als etwa der Vertriebs- oder Kundenservicebereich. Die Unternehmens-IT sieht jeder zweite als „notwendiges Übel“ an. Nicht dass die Marketiers generell technikfeindlich wären: 78 Prozent der Befragten stimmen zu, dass Technik wichtig für ihren Erfolg sei, und beinahe ebenso viele halten eine spezielle Marketingsoftware für sinnvoll. Aber die Entscheidung über den Technikeinsatz möchten sie dann doch lieber ohne die IT-Abteilung treffen. Ganz schönes Inseldenken also auf der Marketingseite. Und die Meinung der Techniker über die Marketing-Leute ist wohl auch ohne Studien bekannt.

Klar ist, dass diese oftmals auch begründeten Berührungsängste für das Erreichen von gemeinsamen Projektzielen sehr hinderlich sind. Deshalb ist in solchen Situationen das Beherrschen der Sprachen aus beiden Welten – der Visionen des Marketings ebenso wie der Grundlagen der IT – fundamental.

Ganz gleich, ob die Verständigungsschwierigkeiten innerhalb des eigenen Unternehmens oder durch externe IT-Dienstleister aufgebaut werden, bridging MT konnte bereits in vielen Projektsituationen durch klare Strategieformulierungen, standardisiertes Projektvorgehen und offensive Kommunikation den konstruktiven Dialog zwischen beiden Lagern fördern. Die solcherart entstandenen kreativen Ideen und erfolgreichen Umsetzungen in der IT brachten schließlich zahlreiche beeindruckende Synergieeffekte zum Vorschein.